Gut zu Wissen!



Gut zu wissen! - gleichgeschlechtliche Ehe

Umwandlung einer Lebenspartnerschaft in eine Ehe

Rückwirkend Steuererklärung ändern

 

Gleichgeschlechtliche Paare, die ihre Lebenspartnerschaft bis zum 31.12.2019 in eine Ehe umwandeln, können auch nachträglich für einen Zeitraum ab 2001 vom Splittingtarif profitieren. Im Einführungsgesetz zur Abgabenordnung - § 9 Abs.5 - Aufhebung und Änderung von Verwaltungsakten – sind hierfür zwei Voraussetzungen erforderlich:

 

Voraussetzung:

1. Die Lebenspartnerschaft muss bis zum 31.12.2019 in eine Ehe umgewandelt werden

2.  Antrag auf Änderung des Steuerbescheides bis zum 31.12.2020 gestellt.

 

Folge:

Rückwirkende Änderung ab 2001 möglich !


Gut zu wissen! - doppelte Haushaltsführung

Kosten für Einrichtungsgegenstände sind voll abzugsfähig

 

Die Richter des BFH haben in Ihrem Urteil vom 04.04.2019, VI R 18/17 entschieden, dass sich die betragsmäßige Beschränkung des Abzugs der Unterkunftskosten nur auf die unmittelbaren Aufwendungen für die Unterkunft wie Miete und Betriebskosten,

nicht auf die Kosten für Einrichtungsgegenstände und Hausrat bezieht.

Aufwendungen für Haushaltsartikel und Einrichtungsgegenstände einschließlich der AfA sind daher unbeschränkt abziehbar.

 

Abzugsfähig sind somit:

 

1.       Miete + Nebenkosten bis max. 600,00 € pro Monat

2.      Zusätzlich Kosten für Einrichtungsgegenstände unbeschränkt


Gut zu wissen!   -   Fahrtenbuch     

Wann ist ein elektronisches Fahrtenbuch ordnungsgemäß?

 

Das Niedersächsische FG Urteil v. 23. Januar 2019:

Allein die unmittelbare elektronische Erfassung der Fahrtwege eines betrieblichen Fahrzeugs

durch ein technisches System reicht zur Führung eines Fahrtenbuches nicht aus. Neben dem

Bewegungsprofil müssen die Fahrtanlässe ebenso zeitnah erfasst werden.

 

Die Anbieter von elektronischen Fahrtenbüchern werben oftmals mit der

Finanzamtskonformität. Hier ist Vorsicht geboten.

Gerade auf die zeitnahe Abspeicherung des aufgesuchten Geschäftspartners und des

konkreten Fahranlasses sollte ein besonderes Augenmerk gelegt werden.

 

Exkurs:

Der Begriff „ordnungsgemäßes Fahrtenbuch“ ist gesetzlich nicht definiert.

Ein ordnungsgemäßes Fahrtenbuch muss

  • zeitnah und
  • in geschlossener Form

geführt werden, um so nachträgliche Einfügungen oder Änderungen auszuschließen oder als

solche erkennbar zu machen.

 

Für dienstliche Fahrten sind grundsätzlich folgende Angaben erforderlich:

  • Datum und Kilometerstand zu Beginn und am Ende jeder einzelnen Auswärtstätigkeit
  • Reiseziel und bei Umwegen auch die Reiseroute
  • Reisezweck und aufgesuchter Geschäftspartner

Für Privatfahrten genügen jeweils Kilometerangaben; für Fahrten zwischen Wohnung und

erster Tätigkeitsstätte genügt jeweils ein kurzer Vermerk im Fahrtenbuch.

 

 

Praxishinweis

 

Aus Sicht der Finanzverwaltung bestehen keine Bedenken, ein elektronisches Fahrtenbuch,

in dem alle Fahrten automatisch bei Beendigung jeder Fahrt mit Datum, Kilometerstand und

Fahrtziel erfasst werden, jedenfalls dann als zeitnah geführt anzusehen, wenn der Fahrer

den dienstlichen Fahrtanlass (Reisezweck und aufgesuchte Geschäftspartner) innerhalb

eines Zeitraums von bis zu sieben Kalendertagen nach Abschluss der jeweiligen Fahrt in

einem Webportal einträgt und die übrigen Fahrten dem privaten Bereich zugeordnet

werden.

 

Im entschiedenen Urteilsfall konnten keine Angaben dazu gemacht werden, wann die

Angaben zu den jeweiligen Fahrtanlässen in der Datenbank ergänzt wurden. Offensichtlich

bestand die Möglichkeit, die Angaben noch nach Monaten abzuspeichern.

Dies löst kein ordnungsgemäßes Fahrtenbuch aus, so die Niedersächsischen Finanzrichter.

 

Bei Einsatz des elektronischen Fahrtenbuchs sollte darauf geachtet werden, dass sich aus

den Datenbeständen des eingesetzten Fahrtenbuchs die Abspeicherungstage

nachvollziehbar ergeben.

 

 

 


Gut zu wissen! - Krankenversicherung

 

Entlastung für Selbstständige

Nur 190,00 € statt 400,00 €

 

Selbstständige in der gesetzlichen Krankenversicherung werden ab 2019 spürbar entlastet.

Die Mindestbeiträge werden mehr als halbiert.

Vor allem hauptberuflich Selbstständige mit geringem Einkommen,

die freiwillig gesetzlich versichert sind, mussten bisher unverhältnismäßig hohe Krankenkassenbeiträge bezahlen.

 

Bis 31.12.2018 :

Die Krankenkassen unterstellten ein fiktives Monatseinkommen von 2.284 Euro (Mindestbemessungsgrundlage),

was zu mehr als 400 Euro Monatsbeitrag führte.

 

Ab 01.01.2019 :

Ab Januar 2019 gilt nun eine Mindestbemessungsgrundlage von gerade mal 1.038 Euro.

Dadurch sinken die Mindestbeiträge deutlich auf rund 190 Euro monatlich.


Gut zu wissen!   -   Lohn  

 

Minijobs auf Abruf:

Vereinbarung einer wöchentlichen Arbeitszeit prüfen !

 

Am 01.01.2019 ist das Gesetz zur Weiterentwicklung des Teilzeitrechts in Kraft getreten.

 

Das Gesetz enthält Änderungen des § 12 Teilzeit- und Befristungsgesetz (TzBfG), der die Rahmenbedingungen für die Arbeit auf Abruf regelt.

 

Ist die Dauer der wöchentlichen Arbeitszeit nicht mit dem Arbeitnehmer festgelegt, gilt seit 01.01.2019 eine Arbeitszeit von 20 Stunden pro Woche (bisher 10 Stunden) als vereinbart.

 

Das TzBfG gilt auch für die auf Abruf arbeitenden Minijobber.

 

Bei nicht vereinbarter Arbeitszeit werden nun auch für Minijobber 20 Wochenstunden für die Abrufarbeit festgelegt. Unter Berücksichtigung des gesetzlichen Mindestlohns würde damit die Minijob-Grenze von 450 EUR überschritten und das Beschäftigungsverhältnis sozialversicherungspflichtig.

 

Empfehlung: Vereinbaren Sie auch bei Minijobs auf Abruf schriftlich eine feste wöchentliche Arbeitszeit.

 

 

 

Bitte beachten Sie, dass es sich hierbei nur um eine Information handelt.

Diese Info ersetzt keine arbeitsrechtliche Beratung.

Hierzu sind lediglich Rechtsanwälte befugt.

 

 


Gut zu wissen!   -   Lohn      

 

A. Steuerbefreiung für Jobtickets

Arbeitgeber können den Arbeitnehmern lohnsteuerfreie Jobtickets bezahlen

 

Voraussetzungen:

  • Zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn, somit keine Gehaltsumwandlung
  • Für öffentliche Verkehrsmittel im Linienverkehr, somit kein Taxi, kein Luftverkehr
  • Im öffentlichen Personennahverkehr. Somit für Entfernungen max. 50 km oder 1 Std

Varianten:

 

1. Arbeitgeber kauft Ticket direkt und überlässt es dem Arbeitnehmer

2. Arbeitnehmer kauft Ticket und reicht einen Nachweis ein und Arbeitgeber zahlt Zuschuss über den Lohn

 

B. Steuerbefreiung für Gesundheitsförderung

 

Voraussetzungen:

  • Zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn, somit keine Gehaltsumwandlung
  • Maximal 500 Euro im Jahr
  • Zur Verhinderung/Vermeidung von Krankheiten

Achtung ab 2019 Zertifizierungserfordernis

nur noch lohnsteuerfrei, wenn vom Anbieter eine Zertifizierung nach § 20 Absatz 2 SGB V, § 20b SGB V vorliegt.

 

C. Steuerbefreiung für Fahrradüberlassung

 

Voraussetzungen:

  • Zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn, somit keine Gehaltsumwandlung
  • Für die Überlassung eines Fahrrads, somit nicht Übereignung
  • Nur Pedelecs mit max. 250 Watt und max. 25 km/h. NICHT: E-Bikes (bis 45 km/h, mit Helm , mit Nummernschild)

Achtung bei Altfällen:

Steuerfreiheit ab 01.01.2019 nur, wenn zusätzlich zum Lohn

In der Regel handelt es sich bei Altfällen um sog. Entgeltumwandlung, d.h. der Arbeitnehmer hat auf Barlohn verzichtet  

> keine Steuerfreiheit


Gut zu wissen!   -   Mindestlohn

 

Mindestlohn ab dem 01.01.2019 : 9,19 Euro

Mindestlohn ab dem 01.01.2020 : 9,35 Euro

 

Mindestgehalt bei 40 Stunden / Woche :  1.600,00 Euro

 

Maximale Stundenzahl Minijobs:

01.01.2019 11,30 Std./Woche bzw. 48,97 Std./Monat

 

 

01.01.2020 11,11 Std./Woche bzw. 48,13 Std./Monat